Fit durch den Frühling

Der Frühling ist eine ganz besondere Jahreszeit. Er steht für Neubeginn, für Kindheit und Jugend, für Tatkraft und Energie. Die Tage werden länger und die steigernde Lichtintensität sorgt eine vermehrte Serotoninausschüttung. Serotonin wird auch Glückshormon genannt und sorgt für ein besseres Allgemeinbefinden und eine euphorische Stimmung. Frühlingsgefühle erwachen ebenso wie die Natur, die anfängt zu blühen und zu duften.

Auf der anderen Seite macht sich aber bei einigen Menschen auch die Frühjahrsmüdigkeit breit. Trägheit und Alltagstrott bestimmen den Alltag und man kommt einfach nicht dazu sich aufzuraffen.

Wie passt das eigentlich zusammen? Der Ayurveda hat hier eine sehr einfache Erklärung, die ich dir vorstellen möchte.

 

Frühling im Ayurveda

Der Ayurveda bezeichnet den Frühling als König der Jahreszeiten. Seine Qualitäten sind warm, feucht, ölig und sanft. Es wird warm und Schnee und Eis schmelzen. Im Ayurveda geht man davon aus, dass auch im unserem Körper etwas „schmilzt“. Und zwar das Kapha, das sich über den Winter im Körper angesammelt hat. Daher kommt es gerade im Frühjahr so oft zu Erkältungskrankheiten und die Nase läuft. Menschen, die sowieso viel Kapha in sich tragen neigen in dieser Zeit auch zu Heuschnupfen und Allergien. Daher wird gerade in dieser Jahreszeit häufig auch zu Reinigungskuren geraten.

 

Fastenzeit im Frühling

Kennen wir das nicht irgendwoher? Auch im Christentum gibt es die Fastenzeit vor Ostern. Wie passend eigentlich. Und wie schade, dass die Zeit des Fastens so stark modifiziert wurde, um nicht mehr verzichten zu müssen. Damit der Körper nicht entsagen muss, vermeidet man lediglich Genussmittel.

Ich muss immer an die Familie meines Mannes in Sibirien denken. Da lebt der Mensch noch im Einklang mit der Natur, weil man abhängig ist vom eigenen Garten. Und was bleibt den Menschen im Frühling? Ehrlich gesagt, nicht viel. Die Vorräte des Winters sind fast aufgebraucht, die Keller und die Einmachgläser leeren sich, die Hühner und Gänse wurden bereits geschlachtet und es ist an der Zeit neue Küken zu besorgen. Einzig die Kuh liefert noch etwas Milch und der Sack Weizen gibt vielleicht noch etwas her. Die Menschen werden von der Natur zum Fasten gezwungen. Der Körper wird gereinigt und es bleibt nicht aus, sich sportlich zu betätigen, denn der Garten, das Haus und die Tiere müssen vorbereitet werden.

Erkennt ihr worauf ich hinaus will?

 

Wann beginnt der Frühling?

Im Frühling wird uns empfohlen Körper, Haus und Geist zu reinigen und uns fit zu machen. Bei anderen steht die Bikinifigur im Vordergrund. Aber lasst uns weiterhin einen Blick auf die Natur werfen. Wir brauchen keinen Kalender um zu wissen, wann der Frühling beginnt. Wir merken es an den Temperaturen. Es wird wärmer und die Sonne zeigt sich. Die Blumen erblühen (nicht die aus dem Supermarkt, sondern die auf dem Balkon oder im Garten) und die Vögel zwitschern wie verrückt. Die Natur erwacht und wir dürfen es auch.

Aber niemand zwingt uns in den Garten um den Boden vorzubereiten. Stattdessen verzichten wir auf Alkohol, einige auf Fleisch und Süßigkeiten und die meiste Zeit bleiben wir vor unseren Computern, bei der Arbeit oder vor dem Fernseher. Dabei ist der Frühling die Zeit, in der man sich bewegen sollte. Jeden Tag sollte er ins Schwitzen kommen, damit der Schweiß hinausbefördert, was in uns nichts mehr zu suchen hat.

Auch ein Blick in den Park oder Wald genügt um zu erkennen wann der Frühling beginnt. Denn mit das erste was die Natur uns schenkt sind Wildkräuter. Bärlauch, Brennessel und Löwenzahn sind fast jedem ein Begriff. Und nicht nur Kaninchen freuen sich über ein paar Wildkräuter, von denen es natürlich viel viel mehr gibt. Auch unserem Körper tun die Bitterstoffe gut!

 

So kommst du fit durch den Frühling

Kapha hat die Eigenschaften ölig, schwer, stabil, weich, träge, langsam, glatt und schleimig. Das bedeutet, dass wir ein bisschen gegen diese Eigenschaften arbeiten müssen um Kapha nicht weiter anzusammeln oder überschüssiges Kapha loszuwerden. Damit es eben nicht zu Frühjahrsmüdigkeit und Erkältungen oder Allergien kommt. Neben unserem Körper spielt aber auch unsere Umgebung eine große Rolle für unser Wohlbefinden. Um es leichter zu machen, habe ich dir ein paar Tipps für den Frühling vorbereitet.

 

Die 10 besten Tipps für den Frühling

  1. Achte auf Pausen zwischen deinen Mahlzeiten. Deine Verdauung ist noch träge und möchte jetzt so richtig angekurbelt werden. Wenn du es nicht schaffst eine Kur zu machen, du schwanger bist, oder noch stillst, dann achte besonders auf die Pausen. Erst wenn die letzte Mahlzeit vollständig verdaut ist, ist dein Körper bereit für neue Nahrung. Vielleicht fällt es dir leichter mit intermittierendem Fasten
  2. Achte auf genügend Bitterstoffe in deiner Ernährung, Wildkräuter sind hier die erste Wahl, aber auch im Supermarkt findest du Bitterstoffe in Blattsalaten, Chicorre, Okraschoten, Oliven, Artischocken, bitterer Schokolade oder sogar mal in einem bitteren alkoholfreien Bier.
  3. Beweg dich! Das muss nicht lange sein, aber versuch doch einmal am Tag ins Schwitzen zu kommen. Vielleicht reicht es schon, dass du deine Einkäufe die Treppen hoch trägst, oder mal mit dem Hund hinter dem Stock her rennst. Du kannst Yoga machen, joggen, oder einfach deinen liebsten Song voll aufdrehen und abtanzen. Ganz egal. Hauptsache du hast Spaß dabei!!!
  4. Nutze Gewürze beim Kochen. Für den Frühling eignen sich besonders: Ingwer, schwarzer Pfeffer, Pippali, Kreuzkümmel, Koriander und Fenchel.
  5. Vermeide jetzt schwere Kost. Alles was ölig, schwer und sauer ist, sollte Pause machen. Vermeide wenn möglich auch Milchprodukte, insbesondere Eis. Auch wenn es schwer fällt. Kalte Getränke tun deiner Verdauung jetzt gar nicht gut.
  6. Auf raffinierten Zucker sollte man verzichten. Generell steigert „süß“ unser Kapha. Aber es gibt eine Ausnahme: den Honig. Hin und wieder ein Glas warmes Wasser mit Honig hilft überschüssiges Kapha loszuwerden. Aber Vorsicht, Honig sollte niemals über 40 Grad erhitzt werden.
  7. Vermeide langes Schlafen und Mittagsschläfchen. Morgenstund hat Gold im Mund, der frühe Vogel fängt den Wurm… Diese Sprichwörter gibt es nicht umsonst. Probier es doch mal aus. Du wirst den Unterschied merken. Einfach den Wecker auf 6 Uhr oder früher stellen!
  8. Mach dich frei! Von allem, was du nicht brauchst. Miste aus. Die Wintersachen in den Keller, spende oder verkaufe, was du nicht brauchst und schaffe Platz! Streich die Wand rosa, kauf dir eine neue Pflanze und schaffe dir den Raum, den du brauchst. Jetzt ist die perfekte Zeit dafür.
  9. Miste aus. Gerne auch deinen Kopf und deine Gedanken. Du musst nicht jeden Tag meditieren, wenn du nicht möchtest. Du kannst es aber ab und zu mal versuchen. Wann hast du dich zuletzt bei deiner Freundin ausgeheult? Lass alles raus.
  10. Was ist mit PC und Handy? Wann wurde da zuletzt ausgemistet? Einfach mal machen!

 

Was kommt danach?

Danach kommt natürlich der Sommer mit neuen Empfehlungen! Ich werde dich rechtzeitig informieren. Aber schau einfach aus dem Fenster, halte die Nase in die Sonne und hör auf deinen Körper. Kommen ein paar kalte und regnerische Tage, dann darfst du deinem Körper natürlich geben, was er verlangt. Vielleicht reicht ein warmes Fußbad, vielleicht wird es aber die Hühnersuppe sein. Gib deinem Körper das, was er gerade von außen nicht bekommt.

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